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Jellytower – CSMM – architecture matters

The Jellytower

Ein Hochhaus der anderen Art

Wie sich das Cradle-to-Cradle-Prinzip in einem konkreten Bauwerk umsetzen ließe, demonstriert das als Wettbewerbsentwurf konzipierte Hochhaus »Jellytower«.

Gleichzeitig ist es als konstruktivistischer, sozialer Kondensator gedacht – als Auftakt-Katalysator für die zukünftige Entwicklung eines Areals wie auch des gesamten Quartiers.

Das Gebäude würde neben seiner Gestaltung vor allem durch Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit überzeugen:

Durch Trennung von Tragwerk und Raum wird eine reine Holzbauweise möglich – im Gegensatz zu der ansonsten für Häuser über drei Geschoßen üblichen Holz-Beton-Hybridbauweise. Letztere wäre wesentlich komplexer und kostenintensiver und findet ihre Limitierungen in der Recyclefähigkeit aufgrund vergossener Holz-Beton-Verbindungen. Die einzelnen drei-geschoßigen Holzboxen werden somit in ein wie ein Exoskelett fungierendes Regal aus Stahlbeton gestellt, das die Lasten der jeweiligen Boxen aufnimmt. Dank der Holzbauweise widerum entsteht eine um etwa 30 Prozent geringere Gebäudelast. Die Verwendung von Recycle-Beton aus dem Abbruch des Vorgänger-Gebäudes führt zu Einsparungen von Zuschlagstoffen und macht darüber hinaus Material-Lieferwege überflüssig.

Die Grauwassernutzung ist eingeplant. Statt einer herkömmlichen Luftkühlung käme ein Verdunstungskühlsystem zum Tragen. Die Vorteile: keine Temperaturabhängigkeit sowie keine hohen Luftmengen, die ins Gebäudeinnere gefördert werden müssen. Umlaufende Minibalkone verwirbeln die Fallwinde und minimieren die sonst bei Hochhäusern möglichen Zugerscheinungen in Bodennähe. Die Minibalkon-Struktur ermöglicht raumhohe Schiebeelemente in der Fassade zur Optimierung der natürlichen Lüftung.

Durch einen Nutzungsmix wären auch eine Freitreppe und unterschiedliche Terrassen mit ihren Ausblicken auf den oberen Etagen für eine breitere Öffentlichkeit erlebbar. Ein multi-modales Mobilitätskonzept mit Integration in den ÖPNV, E-Bikes und -Autos on Demand vervollständigen die Aufenthaltsqualitäten durch Reduktion der Lärm- und Abgasemissionen.

Als multi-disziplinäre Gebäudestruktur entworfen würde das inhärente, modulare Möglichkeitsraster dieses „24/7 Fun Palace" eine flexible Adaptierbarkeit und somit zukunftssichere Nutzung eröffnen. Das Konzept des „Jellytowers" ist ein Beispiel dafür, wie die Planung eines Gebäudes entlang der gesamten Prozesskette schon von vornherein nachhaltig angedacht werden kann.

Jellytower – CSMM – architecture matters
Jellytower – CSMM – architecture matters