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Salzburger Nachrichten mit New Work – CSMM fordert radikales Umdenken im Artikel Ermöglichen statt abarbeiten
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SN/SHUTTERSTOCK - WASSILIY-ARCHITECT

Salzburger Nachrichten: New Work – CSMM fordert radikales Umdenken

Beitrag aus den „Salzburger Nachrichten", Samstag, 15. Februar 2020, IMMOBILIEN, S. 19:
 
Ermöglichen statt abarbeiten

Das klassische Büro hat ausgedient.
Es muss in der angebrochenen Dekade fundamental neu gedacht werden.

„Die aktuell vorherrschende Büroform ist architektonisch ausgelegt auf eine lineare und hierarchische Arbeitsweise. Unternehmen, die zukünftig wettbewerbsfähig bleiben wollen, benötigen heute aber Raum für Empathie, Kreativität und Erfindergeist und keine reinen Zellen zum Abarbeiten“, sagt der New-Work-Experte Sven Bietau vom Münchner Architektur- und Beratungsbüro CSMM über den Wandel der Arbeitswelten. Eine zukunftsorientierte Arbeitsumgebung müsse im neu angebrochenen Jahrzehnt mehr sein als die Kopie oder Abwandlungen eines Notwendigkeitsraums in schickem Design. „Denn ,Experience Design‘ beziehungsweise ,User Driven Design‘ sind aus der Bürowelt nicht mehr wegzudenken. Wir plädieren daher für den Ansatz, künftige Arbeitswelten als Möglichkeitsräume zu konzipieren“, wünscht sich der Experte: „Möglichkeitsräume verfolgen primär das Ziel, Innovation zu begünstigen. Sie schaffen dem Menschen eine Umgebung, in der er als soziales und innovierendes Wesen existieren kann. Alles ist in diesem Raum möglich, frei nach dem Prinzip der Serendipität (die zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und überraschende Entdeckung erweist, Anm.).“

Deshalb müssten sich Unternehmen zuerst einmal fragen: Was ermöglicht oder begünstigt Innovation? Bietau nennt dafür drei besonders wichtige Innovationsfaktoren: Kommunikation, Kreativität und eben Serendipität. „Kommunikation sichert das Bewusstsein über Wissen von jedem Kollegen, den Austausch sowie die Weiterentwicklung von Ideen“, erläutert der Architekt. Auf Kreativität zielen neue Arbeitsmethoden ab. Indem Routinen gebrochen werden, können Probleme unkonventionell gelöst werden. Bietau fordert einen neuen Denkansatz, damit zu Kommunikation und Kreativität ein für Bürowelten neuartiger Aspekt hinzukommt, die Serendipität. „Der gut geplante Möglichkeitsraum forciert positive zufällige Begegnungen. Wenn sich glückliche Zufälle häufen, wächst das Innovationspotenzial.“ Gleichzeitig gebe er dem Menschen Werkzeuge und biete Arbeitsszenarien, die dieser brauche, um die Invention, also die Vorstufe der Innovation, erst möglich zu machen.

 

 

 

 

Deshalb müssen Arbeitsumgebungen in ihrer Planung neu gedacht werden. Das Büro bleibt notwendig, ein identifikationsstiftender, sozialer Treffpunkt. Denn das Büro sei künftig kein Ort des Abarbeitens, sondern Keimzelle von Innovationen. Mit dem Wandel der Beschäftigungssektoren haben sich die Ziele der Arbeit gewandelt. Während Arbeit einst vor allem dem Überleben diente, dann ein Großteil der Berufe in Folge der industriellen Arbeitsteilung reines Abarbeiten als Ziel verfolgte, geht es in der heutigen Wissensgesellschaft meist darum, Innovation zu schaffen, um marktfähig zu bleiben.

Zudem stellt die Digitalisierung das vorherrschende Bürobild auf den Kopf. Sie erlaubt nicht nur zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten, sondern vernetzt, beschleunigt und ermöglicht in bisher nicht gekanntem Umfang. Bietau: „Nichts beeinflusst uns so stark wie der unmittelbar umgebende Raum. Daher muss jenen Faktoren besonders viel Raum eingeräumt werden, die Innovation begünstigen.“

Das bringt auch noch einen zusätzlichen Faktor ins Spiel. Denn laut dem Experten bedingt ein solcher Paradigmenwechsel auch die Notwendigkeit, in Zukunft wirklich nachhaltig zu bauen. „Der Möglichkeitsraum ist nachhaltig, weil er neben den ökonomischen auch die ökologischen, sozialen und kulturellen Aspekte gleichwertig berücksichtigt“, betont Bietau: „Die Thematik nachhaltiges Bauen steckt in vielen Bereichen noch in den Kinderschuhen, entwickelt sich aber rasend schnell weiter.“ SB

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Möglichkeitsräume verfolgen primär das Ziel, Innovation zu begünstigen.

Sven Bietau, Architekturbüro CSMM