Architecture
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Young Refugee Center

YOUNG REFUGEE CENTER

Stadtjugendamt der Landeshauptstadt München

Kunde

Landeshauptstadt München

Ort

München

Leistungen

Bauantrag Nutzungsänderung, Bestandsanalyse und Ertüchtigung hinsichtlich Brandschutz und Sicherheit, Aufwertung der Fassade, Ausführungsplanung, Angebotseinholung und Vergabe, Koordination der Umbaumaßnahmen

Fläche

5.665 m² NGF / NFA

Projektstart

Fertigstellungsdatum

YOUNG REFUGEE CENTER – Ankunftszentrum für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge

In der Münchner Maxvorstadt, unweit vom Hauptbahnhof, baute CSMM ein ehemaliges Bürogebäude in ein Ankunftszentrum für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge um. Das sogenannte Young Refugee Center ist die erste Unterkunft dieser Art in Deutschland und dient der Erstaufnahme von jungen Flüchtlingen, die ohne Begleitung nach Deutschland einreisen. Die Einrichtung wird durch die Landeshauptstadt München in Zusammenarbeit mit freien Trägern betrieben. Nach erster Grundversorgung, ärztlichem Check und Registrierung verbleiben die Jugendlichen eine bis zwei Nächte im Ankunftszentrum, bevor sie in geeignete Inobhutnahmeeinrichtungen weitervermittelt werden.

Funktionen

Die erforderlichen Funktionsabläufe lassen sich in der vorhandenen Gebäudestruktur optimal umsetzen. Das Erdgeschoss verfügt über zwei Eingänge mit 24-h-besetzten Pforten und beherbergt den Registrierungsbereich, große Aufenthalts- und Ruhebereiche sowie Sanitäreinrichtungen für die Ankommenden. Über ein abgetrenntes Treppenhaus können die neu aufgenommenen Jugendlichen das erste Obergeschoss erreichen, wo ärztliche Kontrolle, Alterseinschätzung und Erstberatung erfolgen. In den Geschossen 2 bis 5 befinden sich die Gruppenzimmer, mit neuen Sanitärbereichen sowie gemeinschaftlich genutzten Küchen und Aufenthaltsräumen ausgestattet. Auf den Gruppenetagen verteilt und in den obersten beiden Geschossen kommen die Büroräume der Betreiber unter.

Bautechnik

Die neue Nutzung des 1994 erbauten siebengeschossigen Bürogebäudes bedingt umfangreiche Umbaumaßnahmen, die in kürzester Zeit erfolgen mussten. Ein besonderer Wert wurde hierbei auf die sicherheits- und brandschutztechnische Ertüchtigung des Baus gelegt: Jeder Aufenthaltsraum verfügt über zwei bauliche Flucht- und Rettungswege. Es wurden eine annähernd flächendeckende Brandmeldeanlage installiert, überholte Bauteile ausgetauscht und die Löschwasserversorgung optimiert.

Farbkonzept

Eine freundliche Außen- und Innengestaltung des Young Refugee Centers wurde trotz der knappen Zeit und des umfassenden Umbaus nicht außer Acht gelassen. Reduzierte, gezielt eingesetzte Maßnahmen erzielten wirkungsvolle Effekte. In den Gruppenetagen sind bestimmte Flurabschnitte farbig gestrichen, um die Orientierung im Gebäude zu erleichtern. Ein Farbverlauf von kräftigem Blau im untersten Geschoss bis zu einem hellen Sonnengelb im obersten windet sich so durch das Gebäude und symbolisiert zugleich Vielfalt und Zusammengehörigkeit, passend zur Bewohnerstruktur des Hauses. Besonderes Augenmerk gilt auch der nonverbalen Kommunikation über leicht verständliche Symbole, um entsprechend auf Alter und Sprachenvielfalt der Bewohner zu reagieren. Die Außenfassaden erhielten einen neuen Anstrich. Die Straßenseiten halten sich hierbei in einer stimmigen weiß-anthrazit Farbgebung zurück, während eine der Innenhoffassaden in einem frischen Grün leuchtet.

Innenhof

Im neu gestalteten Innenhof verleiten bunte Sitzmöbel und eine Tischtennisplatte zum Aufenthalt im Freien. Ein Kräuter- und ein Beerengarten sorgen für Ablenkung und Entspannung für die teilweise stark traumatisierten jungen Flüchtlinge.

Young Refugee Center
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