Architecture
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Virtual Identity german Design Award

VIRTUAL IDENTITY MÜNCHEN

Kunde

Virtual Identity AG

Ort

München

Leistungen

Objektanalyse und Bedarfsplanung, Raum- und Funktionsprogramm, Definition Ausbaustandards, Belegungsplanung, Begleitung bis zum Mietvertrag, Entwurf und Umsetzung Bürokonzept-, Design-, Interior und Möbel, Umsetzung der Baumaßnahme, Changemanagement

Fläche

1.700 m² BGF / GFA

Arbeitsplätze

90

Fertigstellungsdatum

Architekten Gebäude

Facade redevelopment: Uwe Binnberg

quotation

Unser Münchner Büro unterstützt unsere Art zu arbeiten in idealer Weise. Wir können es schnell und flexibel für die sich ständig ändernde Projektlandschaft umgestalten. Mindestens genauso wertvoll sind aber auch Möglichkeiten, die die Halle als Event-Location bietet. Sei es für die von uns veranstaltete UBX-Konferenz oder für eine Entwickler-Community, welche die Halle für einen Hackathon nutzt.

Ralf Heller, Vorstand (CEO) Virtual Identity AG

Ausgangssituation

Auch virtuelle Kreativität braucht physischen Raum. Betrachtet man die nachfolgenden Fotos von ‚Virtual Identity’ im Thalkirchner Bahnhof, so glaubt man, das typische Bild einer hippen Werbeagentur in originellen Räumlichkeiten entdeckt zu haben. Doch ist das im Folgenden vorgestellte Projekt nicht die Umsetzung eines Klischees, sondern vielmehr das Ergebnis einer langfristigen Analyse, tiefgreifenden Beratung und
gemeinsam mit den Verantwortlichen des Nutzers erarbeiteten Vision, wie man miteinander, effektiv und harmonisch zusammenarbeiten kann. Das Design repräsentiert hier die folgerichtige und konsequente Anwendung der Arbeitsergebnisse innerhalb eines strukturierten Planungsprozesses.

Virtual Identity ist als erfolgreiche Werbeagentur in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Diese Entwicklung bildete sich auch zunehmend in den organisch gewachsenen Büroflächen ab. In einem Rückgebäude im Herzen von Schwabing breitete sich Virtual Identity über verschiedene Stockwerke und Nachbargebäude diffus aus. Die Wachstumsgrenzen
waren erreicht, die jeweiligen baulichen Einschränkungen der unterschiedlichen Häuser diktierten die Bürostruktur. Sie behinderten die interne Kommunikation und erschwerten zunehmend das Leben einer gemeinsamen Bürokultur.

Als Befreiungsschlag und Schritt hin zu einem modernen, flexiblen Büro sollte im Rahmen eines Standortwechsels ein eigenes Bürokonzept entwickelt und in die neuen Flächen eines zu suchenden Objekts implementiert werden. Die Begleitung dieses Prozesses übertrug die Geschäftsleitung von Virtual Identity dem interdisziplinären Team von CSMM. Um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden, bestand die zentrale Aufgabe in der Konzeption einer flexiblen Bürostruktur. Daneben sollte ein besonderer Fokus auf die Schaffung eines identitätsstiftenden Kommunikationszentrums gelegt werden, um dem kreativen, projektübergreifenden Arbeitsansatz von Virtual Identity gerecht zu werden.

Planungsprozess

Bevor eine Anmietung erfolgen konnte, erstellte CSMM gemeinsam mit Virtual Identity ein Anforderungsprofil, auf dessen Grundlage die neuen Flächen auf generelle Machbarkeit, Flächeneffizienz und Potenzial hin beurteilt werden konnten. Ein wichtiger Schritt war die Entwicklung eines Raum- und Flächenprogramms. Dafür analysierte CSMM vorab die Arbeitsprozesse innerhalb von Virtual Identity, um die Rahmenbedingungen für ein neues Büro zu definieren. Ein potentieller Wunschstandort hierfür war bereits gefunden: die laufende Projektentwicklung für eine Umgestaltung des denkmalgeschützten Thalkirchner Bahnhofs in einen Office-Campus.

Bereits bei den ersten Gespräche mit dem Eigentümer zur Anmietung lagen die erarbeiteten Ergebnisse vor und konnten diskutiert werden. Da CSMM früh in das Projekt involviert worden war und der Projektentwickler die Ausführungsplanung noch nicht abgeschlossen hatte, ergab sich die große Chance, noch mieterseitig Einfluss auf den Gesamtausbau zu nehmen und die Konditionen sowie Schnittstellen im Rahmen des Gesamtmietvertrags zu verhandeln.

Das bisherige vermieterseitige Konzept war für die Realisierung der von Virtual Identity profilierten Anforderungen unbrauchbar. Der ursprüngliche Ausbau sah eine maximale Ausnutzung der Bestandsmietfläche vor: Durch Einbau einer Galerie als vollwertiges 1.OG im Bereich der gesamten Halle sollte die vermietbare Bürofläche voll ausgeschöpft werden. Das hätte den Loft-Charakter der Flächen massiv beeinträchtigt, und der Charme der alten Reparaturwerkstatthalle wäre gänzlich verloren gegangen.

In enger Abstimmung mit Virtual Identity konzipierte CSMM auf Grundlage der vorangegangenen Analysen und Arbeitsergebnisse ein maßgeschneidertes Bürokonzept innerhalb der engen bauseitigen und denkmalschutzrechtlichen Rahmenbedingungen. Als wichtiges Werkzeug dienten hierbei von CSMM moderierte Workshops, um gemeinsam die Fragen nach den Arbeitsprozessen und ihren Optimierungspotenzialen, den zu vermittelnden Werten des Unternehmens sowie der Kommunikations- und Führungskultur zu beantworten. Die weitsichtige Entscheidung der Geschäftsführung von Virtual Identity, die Belegschaft in die Konzeptionsphase mit einzubinden, förderte die Akzeptanzsicherung. Und sie ermöglichte, gemeinsam mit den verantwortlichen Key-Account-Kollegen „Spielregeln“ für das spätere Zusammenleben im Büro zu erarbeiten. Nur so kann ein Ort entstehen, an dem Mitarbeiter gerne arbeiten, lernen und feiern.

Eigens für diese Workshops fertigte CSMM ein Modell des Thalkirchner Bahnhofs im Maßstab 1:33. Diese analoge Visualisierung ermöglichte, die wichtigen Schritte des Entwurfsprozesses in ihrer Dreidimensionalität zu vermitteln und konzeptionell zu erläutern. Arbeitsplatzbelegungen, Kommunikationszonen, Orte für Besprechungen sowie Farb- und Materialkonzepte konnten somit verständlich vorgestellt, diskutiert und festgelegt werden.

Ausführungsplanung und Realisierung erfolgten in klarer Definition und Abgrenzung zu den vom Vermieter erbrachten Leistungen. Diese umfassten weitestgehend die Hülle und Grundausbauleistungen wie Boden, Außenwände und haustechnische Versorgung. Dazu betrieb CSMM das wichtige Qualitätsmanagement für den Mieter und war Ansprechpartner für den Eigentümer, dessen Fachplaner und ausbauende Firmen:

Umsetzung und Ergebnis

Vor dem Hintergrund eines engen Terminplans bis zur Fertigstellung und dem anschließenden Einzug stellte die Gewerketrennung zwischen Vermieter und Mieter eine logistische Herausforderung dar. Doch durch die Möglichkeit, früh, bereits im Rahmen der Mietvertragsverhandlungen Einfluss zu nehmen, ließen sich sinnvolle Schnittstelle definieren, auf die der mieterseitige Ausbau konkret aufsetzen konnte. Hierzu erstellte
CSMM die Ausführungsplanung, die notwendige Ausschreibung, begleitete die Bauarbeiten und ermittelte fortlaufend Kosten und Termineinschätzungen.

In die acht Meter hohe Backsteinhalle wurde, abgelöst vom historischen Bestand, ein klar ablesbarer, in zwei Riegel aufgeteilter Baukörper eingestellt. Mit seinen beiden Geschossen inszeniert dieser einen zentralen Platz, der durch den Treppenaufgang als Bühne bespielt werden kann. Von hieraus erfährt man spannende Perspektivwechsel mit tiefen Stufen für Platz zum Sitzen und temporäres Arbeiten via Notebook. Die Fassaden des eingestellten Baukörpers sind mit Tafellack bestrichen, um diese als riesiges Interface für Botschaften, News und kreativen Ideen zu nutzen.

Mit dem Ziel, Arbeitsflüsse zu verbessern und die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern zu optimieren, wurden verschiedene Begegnungsstätten in Form von geschlossenen, offenen und halboffenen Arbeitsbereichen geschaffen. Gläserne Schiebetüren und -fenster der Arbeitszonen können die Arbeitsbereiche von der zentralen Piazza in der Hallenmitte individuell abtrennen.

Der von CSMM strukturierte und moderierte Konzeptions- und Anmietungsprozess sowie die anschließende Beratung und Planung ermöglichte einen termin- und kostengerechten Einzug und ein legendäres von Virtual Identity organisiertes Einweihungsfest…

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