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Großraumbüro, Bastlergarage, Innovation Lab – Orte und Formen der Zusammenarbeit gab und gibt es viele
Kollaboration passiert (also) nicht zufällig
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Homeoffice kills Innovation

Großraumbüro, Bastlergarage, Innovation Lab – Orte und Formen der Zusammenarbeit gab und gibt es viele. Und diese Vielfalt zeigt: Kollaboration wird gestaltet.

Kollaboration passiert (also) nicht zufällig. Doch was bestimmt das Wie? Welche Faktoren sind für die Wahl der Form von Zusammenarbeit verantwortlich? 

Wir wissen: Architecture matters. Anders gesagt: Räume, die mit Bedacht und ästhetischem Anspruch gestaltet werden, haben die Kraft, Energie zu spenden und Kreativität zu fördern. In durchschnittlichen Räumen stehen Effizienz und Funktionalität im Vordergrund – zweifellos wichtige Kriterien. Doch sie vernachlässigen, dass der Mensch mehr ist als nur ein funktionales Wesen. Räume müssen soziale Interaktion, Sinnesanreize und Identifikation mit der Unternehmenskultur ermöglichen, um das volle kreative Potenzial freizusetzen. Neben den räumlichen Gegebenheiten bestimmen auch die Gewerke die Form von Zusammenarbeit: In einer Anwaltskanzlei sieht gemeinsames Arbeiten natürlich anders aus als in einer Werbeagentur und Mitarbeitende eines multinationalen Industrieunternehmens agieren anders als die einer mittelständische Firma. Zusammenarbeit hat zudem konsequenterweise viel mit Unternehmenskultur zu tun. Hier geht es nicht nur um organisatorische Hierarchien und Führungsstrukturen, sondern auch um den Ansatz, wie Verantwortung und Entscheidungen im Team verteilt sind.

Zusammenarbeit wird also nicht nur durch räumliche Gestaltung beeinflusst, sondern ist auch tief in der Unternehmenskultur verwurzelt. Die Raumgestaltung, in Kombination mit der Unternehmenskultur, ist der Schlüssel, um Arbeitsumgebungen zu schaffen, die kreative und produktive Zusammenarbeit fördern. Die Art und Weise, wie ein Unternehmen organisiert ist – seien es flache Hierarchien, flexible Arbeitsmodelle oder strukturierte Entscheidungsprozesse –, prägt maßgeblich das tägliche Miteinander.

Wir bei CSMM sind überzeugt, dass Unternehmen sich kontinuierlich weiterentwickeln müssen, um den Anforderungen einer dynamischen Arbeitswelt gerecht zu werden. Die Arbeit in einem Unternehmen ist stets ein Spiegelbild seiner Kultur und seiner sich wandelnden Strukturen. 

Wirtschaftsphilosoph Frederic Laloux hat 2016 in seinem Buch „Reinventing Organizations”* fünf unterschiedliche Formen von Zusammenarbeit kategorisiert: Von der traditionellen Kultur, die von der Spitze her denkt, über die indifferente (beispielsweise in Start-ups, in denen Aufgabenbereiche noch nicht klar definiert sind) und leistungsorientierte bis hin zur kollaborativen Kultur mit selbstgeführten Teams: Jedes Unternehmen findet seinen Weg für sich, verändert sich, wächst, steckt mal in Strukturen fest und stellt sich dann wieder neu auf. Kurz: Organisationen sind lebendige, wachsende, sich verändernde, hybride Systeme. Laloux untersucht, wie sinnstiftende Arbeitsformen gefunden und Umstrukturierungen sowie Transformationsprozesse bewältigt werden können. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass jede Form des Miteinander-Arbeitens von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt wird. Ein ganz entscheidender ist der Raum. Er schafft nicht nur den physischen Rahmen für Zusammenarbeit, sondern er beeinflusst aktiv, wie Mitarbeitende miteinander interagieren, welche Ideen entstehen und wie Veränderungen im Unternehmen gefördert werden.

Vom Bruch der Kollaboration
Ganz gleich, welche Faktoren das Miteinander in Unternehmen bestimmt haben und heute noch bestimmen: Sie alle waren 2020 durch die Pandemie einem Bruch ausgesetzt. Die daraus resultierende räumliche Trennung veränderte konsequenterweise auch das Thema Führung –

Begriffe wie virtuelle bzw. digitale Führung oder „Open Leadership“ forderten das Thema Unternehmenskommunikation auf ganz neue Art heraus. So folgenreich die Pandemie weltweit war, so sehr hat sie die Arbeitswelt verändert. Das Homeoffice ist seitdem fester Bestandteil, ja teilweise sogar unabdingbares Konzept von Arbeitskonzepten. 

Wir stellen jedoch klar, dass Homeoffice nicht die optimale Grundlage für Innovation bietet. Was in einer Krisensituation notwendig war, erweist sich heute als Hemmschuh für kreative Prozesse und Innovationskraft. Innovation gedeiht nicht in Isolation – sie braucht den direkten Austausch, die zufälligen Begegnungen und die kreative Dynamik, die nur in gemeinschaftlich genutzten Räumen entstehen können. Doch ist, was zu Coronazeiten als sinnvoll und unumgänglich galt, auch heute noch sinnvoll? Wir haben bereits in einer Vielzahl von Artikeln Ansätze untersucht, mit denen man seine Mitarbeitenden zurück ins Büro holt. Haben Ideen und Konzepte auf Herz und Nieren geprüft, uns von und mit Firmen, die wir beraten haben, inspirieren lassen, Pläne geschmiedet und verworfen, Räume gestaltet. 

Wir plädieren für Togetherness. Das bedeutet für uns nicht nur den Rückzug ins Büro, sondern auch die Förderung eines Arbeitsumfeldes, das den Austausch und die Zusammenarbeit optimal unterstützt. Entscheidend ist, Arbeitsräume zu gestalten, die sowohl Raum für soziale Interaktion und kreative Denkanstöße bieten als auch den individuellen Bedürfnissen nach Flexibilität und Rückzug gerecht werden. Diese Balance ermöglicht es, die Herausforderungen der heutigen Arbeitswelt erfolgreich zu meistern und gleichzeitig eine produktive, inspirierende Atmosphäre zu schaffen.

Und genau hier setzen wir an: Wir zeigen in unseren Ideen und Projekten, wie die Zusammenarbeit von morgen aussehen kann. Wie das gemeinsame Arbeiten der neu aufkeimenden Sehnsucht nach dem Einzelbüro – dem Neo-Biedermeier der Vereinzelung – entgegentreten kann und warum das notwendig ist. Denn es geht darum, den Raum für Innovation zu bieten und gleichzeitig zu erkennen, wie sich die Erwartungen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden verändert haben.

Text
Natalie Fingerhut

English Translation
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Quelle
*Laloux, Frederic (2016). Reinventing Organizations: Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit. Vahlen: München 2016.

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